Das, was uns verbindet, ist größer als das, was uns trennt.

Beeindruckendes ökumenisches Reformationsgedenken

Am vergangenen Sonntagabend (10.09.217) fand in Hummelsweiler ein Lutherisch-Katholisches Reformations­gedenken in der evangelischen Kirche statt. Nicht das Trennende stand im Mittelpunkt dieses eindrucks­vollen ökumenischen Gottesdienstes, sondern das Verbindende des gemeinsamen christlichen Glaubens wurde herausgestellt. Unter dem Motto „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ verlasen Mitglieder des Ökumeneausschusses der drei Kirchengemeinden Rosenberg, Hummelsweiler und Hohenberg nachdenklich machende Texte und sprachen Meditationen. Pfr. Danner und Pfr. Oberländer predigten zum Evangeliumstext vom Bild der Kirche als einem Weinstock und den Reben (Johannes 15,1-5). „Jesus ist das Haupt, die Reben sind wir, die Menschen“, sagte Pfr. Danner und Pfr. Oberländer ergänzte: „In der Einheit des ganzen Weinstockes sind wir stark nach innen und vor allem nach außen, wo in unserer säkularen Welt die Rolle der Kirche immer kleiner wird.“

Gemeinsam verpflichteten sich die zahlreichen Gottesdienstbesucher zu den „Fünf Imperativen“. Junge Menschen rezitierten diese und zündeten dazu jeweils eine Kerze an. Sie versprachen Gemeinsamkeiten statt Unterschiede zu betonen, nicht auf alten Positionen zu verharren, die sichtbare Einheit als Ziel zu suchen, aus der Kraft des Evangeliums zu leben und Zeugnis für Gottes Gnade zu geben. Gemeinde­lieder mit Rainer Zweigle an der Orgel, Fürbitten und ein gemeinsamer Segen von beiden Pfarrern Oberländer und Danner beschlossen die beeindruckende Feier. Sie klang noch lange auf dem Kirchplatz bei guten Gesprächen nach. Die Mitglieder des Ökumeneausschusses hatten zu Fingerfood, Kuchen und Getränken eingeladen.

Wissenswertes

Obwohl die drei Gemeinden der Seelsorgeeinheit Virngrund im Ostalbkreis liegen, gehören die evangelischen Christen zum Kirchenbezirk Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall). Die Gemeinde Jagstzell wird der evangelischen Kirchengemeinde Rechenberg zugeordnet, die Gemeinden Rosenberg und Hohenberg gehören zu Hummelsweiler, einem Ortsteil von Rosenberg. Seit 2001 ist Hummelsweiler eine selbstständige Pfarrgemeinde mit einer 75%-igen Pfarrstelle. Pfr. Rainer Oberländer hat dort seinen Pfarrsitz. Für die evangelischen Christen in Jagstzell ist Pfr. Wolfram Niethammer mit einem 75%-igen Deputat zuständig, Pfarrsitz ist in Weipertshofen. In der Gemeinde Jagstzell gibt es 1.700 Katholiken und ca. 300 evangelische Christen, in der Gemeinde Rosenberg 1.650 Katholiken und 610 evangelische Christen.
(Elisabeth May)

Gelebte Ökumene in der Praxis

Hummelsweiler, Hohenberg und Rosenberg haben einen gemeinsamen Ökumene- Ausschuss, der ökumenische „Aktionen“ anstößt. Bisher gibt es schon einiges: die ökumenischen Kinderbibeltage, ökumenische Familien- und Schulgottesdienste, die Kinderbrücke und Ökumenewanderung mit Andacht, der Weltgebetstag aller Konfessionen sowie gemeinsame Frauen- und Seniorentreffen.

Auch in Jagstzell hat die Ökumene eine lange Tradition. Ausgehend vom 1. Jagstzeller Weltgebetstag (1989), der auch heute noch Jahr für Jahr gefeiert wird, entsprangen nach und nach

  • „Die Kleinen Freunde Jesu“, die mit ca. 3 – 9-jährigen Kindern parallel zum Gottesdienst im Vitusheim Kinderkirche feiern,
  • das ökumenische Frühstück,welches jährlich im Herbst angeboten wird,
  • der ökumenische Kinderbibeltag, zu dem in den Herbstferien alle Grundschulkinder eingeladen werden und der dieses Jahr seinen 10. Geburtstag feiern kann,
  • die Organisation des Weltmissionssonntags im Oktober.
  • Seit 2008 gibt es den ökumenischen Besuchsdienst. Evangelische und katholische Christen besuchen Jubilare, Einsame und Kranke sowohl zu Hause als auch im Krankenhaus oder im Seniorenheim.

Mit all diesen ökumenischen Angeboten wird das Leben in den Gemeinden der Seelsorgeeinheit um ein Vielfaches bereichert. Fast möchte man sagen: An der Basis funktioniert die Ökumene auf jeden Fall schon mal gut!
(Elisabeth May)